Bericht – 1. Lauf zum ADAC Sachsen Rallye Slalom Cup 2018

Beim ersten Lauf zum ADAC Sachsen Rallye Slalom Cup 2018 ging es auf dem bewässerten Handlingkurs des Sachsenring bei Hohenstein-Ernstthal heiß her. Der Gleitbelag bot ungefähr das Gripniveau einer schneebedeckten Straße, was dazu führte, dass es nicht auf einen schweren Gasfuß, sondern auf das richtige Verhältnis aus Geschwindigkeit und Lenkwinkel ankam.

Das Teilnehmerfeld war mit 10 Fahrern auf 6 Autos zwar überschaubar, was aber der Vielfalt keinen Abbruch tat. Vom serienmäßigen Nissan Mica, über einen in der Rallyeszene bestens bekannten Fiat Cinquecento bis hin zum turbobefeuerten und 350PS starken Hecktriebler Hyundai Genesis Coupe war ein breites Spektrum geboten.

In der teilnehmerstärksten Klasse S2 traten mit René Möller und Marcel Sänger (beide im Nissan Micra) zwei bekannte Fahrer vom Rallyesport Westsachsen an. Dazu gesellte sich unser Neumitglied René Stephan (gleicher Nissan Micra). Um den Dreien die Klasse nicht kampflos zu überlassen, nannten mit Martin Pietschmann, Volker Honold und Andreas Vießmann 3 Fahrer (alle im Toyota Yaris) vom AMC Coburg auch in die Klasse S2.

In den zusammen gewerteten Klassen S3 und S4 kam es zum Aufeinandertreffen der beiden Coupés von Jens Ziegler vom Rallyesport Westsachsen (Audi Coupé) und Reinhard Weidauer vom MSC Stollberg (Hyundai Genesis Coupé). Beide waren auch schon im Premierenjahr 2017 dabei.

Die Klassen M1 und M2 wurden ebenso gemeinsam gewertet und hier traten mit Oliver Schenk im Fiat Cinquecento und Nils Bellmann (Rallyesport Westsachsen) im VW Lupo wiederum 2 bekannten Größen aus dem Jahr 2017 gegeneinander an.

Nachdem sich jeder Teilnehmer bei einem Probelauf an die Bedingungen gewöhnen konnte, ging es an die Wertungsläufe. Mit einer 3:13er Zeit setzt sich Reinhard Weidauer gleich zu Beginn an die Spitze. Dahinter geht es auf den Plätzen 2 bis 5 sehr eng zu. Die Vierergruppe führt René Möller (3:16,5min) vor Nils Bellmann (3:18,4min), René Stephan (3:19,6) und Marcel Sänger (3:19,8) an. Auf den Plätzen folgen Andreas Vießmann (3:24,9min) im Yaris, Oliver Schenk (3:30,3min) in Fiat und Martin Pietschmann (3:35,3min) im Yaris. Volker Honold verliert etwas an Boden, weil er sich 18 Strafsekunden einhandelt (3:56,6min). Jens Ziegler leistet sich einen Fehler bei der Rundenzählung, was zu einer zusätzlichen Runde führt (4:21,3min). Bis hierhin ist er sehr gut unterwegs. Seine Zeit wäre für einen Platz im vorderen Drittel gut gewesen.

Der zweite Durchgang folgt nahtlos an der Ersten. Diesmal nutzt Jens Ziegler das gutmütige Fahrverhalten seines Audi optimal aus und „brennt“ eine Zeit von 3:11,9min in den Gleitbelag. Reinhard Weidauer folgt mit einer persönlichen Bestzeit von 3:12,9min. Nils Bellmann verbessert sich um 3s und fährt nach 3:15,2min durch´s Ziel. Dahinter ist der Kampf zwischen den Micra-Fahrern René Möller und Marcel Sänger entbrannt. Zwischen den beiden liegen gerade mal 0,5s (3:17,0min zu 3:17,5min). Dahinter folgen wieder Andreas Vießmann (3:20,5min), Oliver Schenk (3:25,8min). Auf den weiteren Plätzen kommen Volker Honold (3:30,5min), Martin Pietschmann (3:35,5min) und René Stephan (4:24,4min) ins Ziel. René ereilte auch das Problem bei der Rundenzählung. Trotzdass sich fast alle Fahrer deutlich verbessert haben, gab es bei diesem Durchgang keine Strafsekunden, was darauf schließen lässt, dass sich die Fahrer an die Bedingungen gewöhnt haben.

Nun geht es in eine 30-minütige Mittagspause, wo jeder sich nochmal für den letzten Lauf stärken kann. In der Pause kann der Volvo vom Rallyesport Westsachsen mal zeigen, dass er nicht nur zum Anschauen da ist. Wie sollte es auch anders sein, er bringt mit seinem langen Radstand und Heckantrieb sehr gute Anlagen für solche Bedingungen mit. Nach kurzer Eingewöhnungsphase lässt er sein Heck ordentlich raushängen, was dem Fahrer ein sehr breites Lächeln ins Gesicht zaubert.

Und da sind wir schon beim dritten und letzten Durchgang. Reinhard Weidauer setzt mit einer soliden 3:10,2min seine konstante Fahrweise fort, kassiert dann aber noch 3s wegen einer verschobenen Pylone. Zwischen Marcel Sänger (3:19,8min), Andreas Vießmann (3:20,2min) und René Möller (3:20,4min) liegt nicht mal eine Sekunde. René bekommt aber eine 3s Strafe, weil er eine Pylone getroffen hat. Damit rücken Jens Ziegler (3:20,7min inkl. 3 Strafsekunden) und Nils Bellmann (3:22,1min) an ihm vorbei. Auf den Plätzen folgen Oliver Schenk (3:33,2min), Martin Pietschmann (3:37,4min) und Volker Honold (3:47,4min inkl. 15s Strafe). Für René Stephan war aufgrund des Malheurs im zweiten Durchgang nichts mehr zu verlieren und so entschied er sich, im Reifenpoker nochmal was ganz anderes zu probieren. Statt der breiten Sommerreifen kamen nun an der Vorderachse schmale Winterreifen zum Einsatz. Und siehe da, er unterbietet die Bestzeit von Jens Ziegler um unglaubliche 7s und überquert die Ziellinie nach 3:04,7min. Damit setzt er die absolute Bestzeit der gesamten Veranstaltung. Herzlichen Glückwunsch!

Nach kurzer Auswertungsphase geht es zur Siegerehrung in den Klassen. Die Klasse S2 gewinnt Marcel Sänger vor René Möller und Andreas Vießmann. In der Klasse S3/S4 gewinnt Reinhard Weidauer vor Jens Ziegler. Die Klasse M1/M2 gewinnt Nils Bellmann vor Oliver Schenk.

Nicht ganz uninteressant ist das Gesamtergebnis über alle Klassen. Hier gewinnt Reinhard Weidauer mit 9:40,1min. Dahinter folgen Nils Bellmann (9:55,7min), Marcel Sänger (9:56,8min) und René Möller (9:57,5min) auf den Plätzen 2-4 mit einem mageren Abstand von nicht einmal 2s. René Möller trifft hier die Strafe von 3s im letzten Lauf doppelt bitter. Auf den Plätzen folgen Andreas Vießmann (10:05,7min), Oliver Schenk (10:29,4min), Martin Pietschmann (10:48,3min), René Stephan (10:48,9min), Jens Ziegler (10:54,0min) und Volker Honold (11:14,5min).

Herzlichen Glückwunsch an die Gewinner!!!
Die Teilnehmer zeigten sich begeistert von der etwas anderen Herausforderung auf dem Gleitbelag. Wir sehen uns dann zum nächsten Lauf, der am 30.06.18 auf Schotter in der Kiesgrube Gößnitz stattfindet. Jeder mit einem zulassungsfähigen Fahrzeug kann sich der Herausforderung stellen. Bis dahin…

Sepp@RSW